Regenbogenfahne an der Keimgasse

Über dem Eingang der Keimgasse prangt diesen Juni anlässlich des Pride-Months die Regenbogenfahne, womit wir als Schule unsere Diversität und ein respektvolles Miteinander feiern wollen. Die Teilnahme am Projekt FLAGincluded, über das man auf der Seite https://flagincluded.at/ mehr erfahren kann, soll ein Zeichen gegen Diskriminierung und für ein Schulklima setzen, das von gegenseitiger Unterstützung und Wertschätzung geprägt ist. Durch die Sichtbarmachung von und den offenen Umgang mit Diversität sollen junge Menschen Selbstbewusstsein und Mut schöpfen, so sein zu dürfen, wie sie sind.

Woher stammt die Regenbogenfahne und was bedeutet sie?

Die Regenbogenfahne wird schon seit den 1960ern als Symbol für Frieden, Freiheit und Toleranz verwendet. Die konkrete Pride-Flag wurde 1978 vom US-amerikanischen Künstler Gilbert Baker designt, um nach dem Stonewall-Aufstand 1969, bei dem sich erstmals eine Gruppe von Homo- und Transsexuellen gegen willkürliche Diskriminierungen der New Yorker Polizei aufgelehnt hatte, ein positiv besetztes Zeichen der Zusammengehörigkeit zu kreieren. Denn aus diesem spontanen Widerstand war eine Protestbewegung für die Rechte von LGBTIQA+-Personen geworden, die sich durch Demonstrationen in San Francisco, Chicago und später auch weltweit zeigte. Daraus entstanden die jährlichen Gay Prides, die nach dem Ausgangspunkt der Stonewall-Aufstände auch Christopher-Street-Days genannt werden und meist im seither als Pride-Month etablierten Juni stattfinden. Die Wiener Gay Pride ist als Regenbogenparade bekannt und findet am 17.6. 2023 wieder statt.

LGBTIQA+ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Intersex, Queer, Asexual, plus alle weiteren Gruppen, die nicht den gängigen heteronormativen Vorstellungen entsprechen. Immer mehr setzt sich die Regenbogenfahne als allgemeines Symbol für Akzeptanz und Vielfalt durch.

Warum ist eine Regenbogenfahne vor unserer Schule sinnvoll?

Die Jugend ist eine extrem prägende Zeit, in der Menschen – zu einem großen Teil in der Schule – erste eigene Erfahrungen mit vielen Aspekten des Lebens machen, sich selbst beweisen und definieren wollen, das zwischenmenschliche Miteinander erproben und oft noch mit vielen Unsicherheiten konfrontiert sind. Viele Schüler*innen setzen sich selbst unter sehr viel Druck, gute Leistungen zu zeigen und verschiedenen Erwartungshaltungen und Normen zu entsprechen. Durch Medien (Werbungen, Filme, Bücher, Social Media etc.), homophobe Sprache gerade unter Jugendlichen und viele andere gesellschaftliche Einflüsse wird oft ein Bild von Normalität erzeugt, dem viele junge Menschen nicht entsprechen können oder wollen. Gleichzeitig sind verschiedene Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen immer noch sehr selten Gegenstand offener Gespräche im Unterricht und im privaten Umfeld. Das kann die Psyche von Jugendlichen sehr belasten. Daher ist es wichtig, als Schulgemeinschaft das Signal zu senden, dass jede*r willkommen ist und gehört wird, dass Diskriminierung und Ausgrenzung keinen Platz haben und dass wir uns zu einem offenen, gemeinsamen Miteinander bekennen, damit unsere Keimlinge wirklich alle einen guten Nährboden finden, um wachsen und sich entwickeln zu können.

Text von Jana Czvitkovits
Bild von Silke Lintner

(vgl. https://assets.flagincluded.at/documents/FAQ%20Regenbogenfahne%20allgemein.pdf)